Public Lecture
ARTIST TALK – DIGITALE KUNST / Ruth Schnell

Donnerstag, 13. Juni 2019
14:00 - 15:30 Uhr
Ort: Hintere Zollamtsstraße 17 / 3. Stock, A-1030 Wien

KATHARINA BRANDL (Leiterin des Kunstraums Niederösterreich)

"Rhetorischer Realismus? Über Gaming - Referenzen in der Gegenwartskunst"

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© Katharina Brandl

Bezüge auf die Bilder und Bedeutungswelt digitaler Spiele sind in der Gegenwartskunst zahlreich, man denke etwa an prominente Beispiele wie Hito Steyerls Videoinstallation Factory of the Sun, die als Teil des deutschen Beitrags zur Biennale di Venezia 2015 erstmalig gezeigt wurde oder Harun Farockis letzte Werkserien Serious Games (2010) und Parallel (2012 - 2014). Gleichzeitig ist die Gaming-Industrie mit zuletzt knapp zweieinhalb Milliarden Spieler_innen weltweit (und entsprechenden Umsätzen) vielleicht der wichtigste kulturindustrielle Zweig der Gegenwart.

In ihrem Vortrag wird Katharina Brandl anhand des Beispiels von Hito Steyerl ein Argument für den Realismus solcher Arbeiten, verstanden als ein spezifisches Verhältnis zwischen außerkünstlerischer Realität und künstlerischer Arbeit, entwickeln. Die Künstlerin thematisiert in Factory of the Sun nicht nur ein Verhältnis von game und play, also der Regelhaftigkeit des Spiels auf einer einen Seite und der Freiheit des Spielens auf der anderen Seite, das zugunsten der Regelhaftigkeit ausfällt, sondern sie bezieht sich in einzelnen Sequenzen auch konkret auf den Realismus Bertolt Brechts, indem dessen «Verfremdungseffekt» nicht nur zitiert, sondern auch angewandt wird. Wie sieht nun das Verhältnis von künstlerischer Arbeit und ihrer historischen Gegenwart aus? Wie verorten sich künstlerische Arbeiten, die omnipräsente Gaming-Welten referenzieren, zu unserer gamifizierten Gegenwart?

Katharina Brandl ist die künstlerische Leiterin des Kunstraum Niederoesterreich in Wien und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Kunsttheorie der Universität Basel. Sie studierte Politikwissenschaft (Mag.) und Kunstgeschichte (BA) an der Universität Wien sowie Critical Studies an der Akademie der bildenden Künste Wien (MA). Sie war im Bereich der Forschungsförderung an der Universität Wien und als wissenschaftliche Mitarbeiterin, freiberufliche Autorin, Kuratorin und im Kulturmanagement tätig, u. a. beim österreichischen Beitrag zur Architekturbiennale in Venedig 2014, als Projektleiterin eines internationalen Studio- und Residency-Programms und als Tutorin am Institut für Kunstgeschichte der Universität Wien. Sie gründete die NPO Sorority und die Festivals Business Riot - Festival für Frauen, Arbeit und Unternehmerinnentum und Rrrriot.

https://unibasel.academia.edu/KatharinaBrandl

https://www.kunstraum.net/

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